Die Auto-Haftpflicht ist eine gesetzlich zwingend notwendige Pflichtversicherung und für jeden Kfz-Halter notwendig. Ohne Kraftfahrzeug-Haftpflicht-Versicherung geht es auf keinen Fall und stellt eine Nichteinhaltung gegen die Versicherungspflicht dar. Im Falle eines Unfalles kommt es zur einer Untersuchung der Schuldfrage. Ist der Schädiger allein verantwortlich übernimmt die Kraftfahrzeug-Haftpflicht den Schadenersatz. Der Unfallwidersacher hat mit Schuld am Unfall, muss er sich eine entsprechende Minderung beim Schadenersatz hinnehmen.

Bei der Kasko-Versicherung unterscheiden die Versicherer zwischen Vollkasko- und Teilkasko-Versicherung.

Die Teilkaskoversicherung ist hauptsächlich für ältere Automobile mit geringerem Wiederbeschaffungswert geeignet. Diese leistet Ersatz bei Schäden durch Schmorbrände, Feuer, Hagel, Explosion oder Glasbruch. Auch bei Unfällen und Beschädigungen durch Haarwild springt die Teilkasko-Versicherung ein. Neuartige Auto Versicherungen bieten dem Kunden eine sogenannte erweiterte Wildschadensklausel. Dabei kann der Versicherungsschutz auch bei Unfällen mit Tieren aller Art erweitert werden.

Je nach Alter und Zustand des PKWs kann der Versicherungsbonus durch Auswahl einen entsprechenden Selbstbeteiligung je Schadensfall reduziert werden.

Die Vollkaskoversicherung empfiehlt sich für Neuwagen oder unbenutzte Fahrzeuge. Sie gewährt neben dem Schutz der Teilkasko-Versicherung auch bei selbstverschuldeten Unfallschäden am eigenen Fahrzeug und bei Schäden durch höhere Gewalt umfassenden Versicherungsschutz. Die durch Dritte mutwilligen Beschädigungen des Kraftfahrzeugs sind auch mit enthaltend.

Die Bruttobeitragseinkünfte der Versicherungswirtschaft hat sich seit dem Jahr 2004 innerhalb der Autoversicherung ständig vermindert. Erst im Jahre 2010 war erneut mit einem leichten Anstieg der Prämieneinkünfte um 0,5 Prozent zu verschreiben. Gegenüber den Vorjahren trotz erhöhter Beitragseinkünfte ergaben sich auf der Schadenseite höhere Ausgaben.

Das Beitragsaufkommen stieg auf über 20 Mrd. EUR und teilte sich wie folgt auf

  • Auto-Haftpflicht = 12,1 Mrd. €
  • Teilkasko = 1,4 Mrd. €
  • Vollkasko = 6,5 Mrd. €

Wachsende Abschlußzahlen sind vor allem in der Vollkaskoversicherung zu verschreiben. Ursache hierfür sind ansteigende Zulassungszahlen für Neukraftfahrzeuge, vor dem Hintergrund der politisch initiierten Abwrackprämie im Jahre 2010.

In der Vergangenheit haben sich die Versicherungen über den Wettstreit einen kräftigen Preiskrieg geliefert. Vorrausblickend auf das beginnende Jahr ist mit einem Preisanstieg der Autoversicherung zu erwarten.
In erster Linie betroffen von hohen Preiszunahmen sind Versicherungskunden, welche sich am Anfang ihrer Schadenfreiheitklassen-Entstehung befinden. Hier lohnt ein jährlicher Versicherungsvergleich. Die Einsparung von mehreren Hundert Euro ist mehrfach realisierbar, bei vergleichbaren Versicherungsschutz.

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Kein Alkohol nach einem Verkehrsunfall

Autor admin , 2011, Artikel in Kategorie Kfz-Versicherung No Comments

Der Schock ist mitunter groß, wenn man in einen Autounfall verwickelt ist. Doch auf diesen Schreck sollte man nicht zum Alkohol greifen, zumindest nicht bis die Polizei vor Ort ist. Wer sich allerdings dennoch zum Schlückchen hinreißen lässt, verliert sämtlichen Versicherungsschutz, egal ob der Alkohol erst nach dem Unfall getrunken wurde (Kammergericht Berlin, Az.: 6 U 209/09 vom 26.10.2010).

Die Deutsche Anwaltshotline berichtet dazu folgenden Fall:

Ein Autofahrer fährt mit seinem Leasingauto gegen eine Ampel. Nach Eintreffen der Polizei stellte diese fest, dass der Autofahrer getrunken hat. Er selbst gab an, er habe erst nach dem Unfall einen Schluck „zur Beruhigung“ genommen. Die Versicherung verweigerte daraufhin jegliche Leistungen.

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Versicherungsschutz bei Wildschäden

Autor admin , 2011, Artikel in Kategorie Kfz-Versicherung No Comments

Das wünscht sich kein Autofahrer – einen Wildschaden. Doch gerade im Frühjahr oder Herbst in den Dämmerungsstunden kann es schnell passieren, dass ein Reh plötzlich auf die Fahrbahn springt und man schafft es nicht mehr rechtzeitig, zu bremsen.

Im Rahmen der Kfz-Teilkaskoversicherung sind grundsätzlich Zusammenstöße mit Haarwild mitversichert (§ 2 Abs. 1 Nr. 1 Bundesjagdgesetz). Nach dem Bundesjagdgesetz gilt als Haarwild u.a. Wisent, Elch, Rot-, Reh- und Damwild, Feldhase, Luchs, Fuchs, Iltis sowie Seehund.

Entscheidend für den Versicherungsschutz ist, dass der Unfall mit einem fahrenden Auto passierte. Auch Fotos vom Unfallort können hier helfen. Im Einzelfall wird dann geprüft, ob der Versicherungsnehmer dem Wild auswich und durch ein waghalsiges Ausweichmanöver einen Schaden verursachte. Solche Schäden wären über die Teilkasko nicht versichert. Gerade bei Kleintieren wie Marder, Hase oder Fuchs ist es „sinnvoller“, diese zu überfahren anstatt auszuweichen.

Wie Gerichte entschieden haben, besteht kein Versicherungsschutz bei Zusammenstößen mit Nutztieren wie Pferden, Rindern, Schafen oder Ziegen bzw. Haustieren wie Hunde und Katzen. Gerade für ländliche Gegenden stellt das eine wesentliche Versicherungslücke dar. Viele Versicherer haben schon reagiert und die Liste der versicherten Tiere erweitert. So werden z.B. Vögel oder in Einzelfällen sogar alle Tierarten ohne Einschränkungen in den Versicherungsschutz eingeschlossen. Hier sollte man das Kleingedruckte in der Police der Kfz-Teilkaskoversicherung genau durchlesen.

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Die Wechselschlacht in der Kfz-Versicherungsbranche hat begonnen. Der Direktversicherer der Gothaer ASSTEL wirbt mit einem erweiterten Kfz-Tarif. So bekommt der Kunde bei Totalschaden eine vollständige Kaufpreisentschädigung für seinen Gebrauchtwagen. Allerdings darf der Gebrauchtwagen nicht älter als 6 Jahre sein. Sollte in den ersten 2 Jahren nach Kauf ein Unfall mit Totalschaden passieren verspricht der Versicherer die Rückerstattung des vollen Kaufpreises auf Basis der Schwacke-Liste. Zum Zeitpunkt des Schadens sollte das Auto allerdings nicht älter als 8 Jahre sein.

Weiterhin lockt ASSTEL seine Kunden mit einem Parkschadenschutz. Das heißt, wenn am Fahrzeug Kratzer bzw. kleine Beulen infolge eines Parkunfalles entstehen, können diese einmal im Jahr in einer der mehr als 600 ASSTEL-Partnerwerkstätten ausgebessert werden. Es gilt dabei ein Selbstbeteiligungswert von 50 Euro. Bei Diebstahl oder Totalschaden eines Neuwagens von 18 Monaten besteht in Zukunft eine Neupreisentschädigung.

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OnlinevergleichJedes Jahr im Herbst rühren die Autoversicherer wieder kräftig Ihre Werbetrommeln. Alles soll auf einmal günstiger und besser sein als je zuvor.  Werbeversprechen in der Art “sparen Sie bis zu 500 EUR im Jahr” sollen die Kunden animieren einen Autoversicherung Vergleich machen zu lassen.

Sicherlich können derartige Einsparung möglich sein, wenn man seine Autoversicherung schon 5 Jahre nicht mehr überprüft hat und evtl. bei einem Versicherer ist welcher eher zu der teuren Sorte gehört. Wenn man dagegen alle 1-2 Jahre seinen Vertrag prüft und ggf. zu einem günstigeren Anbieter wechselt, sind wohl derartige Einsparungen eher unwahrscheinlich.

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Onlinevergleich Private Haftpflicht

Kinder unter sieben Jahren haften nicht

Kinder „bis zur Vollendung des siebten Lebensjahres“ haften nach § 828 Absatz 1 BGB für gar nichts. Sie können Risiken nicht abschätzen und sollen daher nicht haften.

Auch die Eltern kann man nur selten haftbar machen. Denn entgegen der landläufigen Meinung haften Eltern nicht für ihre Kinder. Eltern haften nur für den eigenen Fehler, nicht ausreichend auf das Kind aufgepasst zu haben. Im Hinblick auf die Aufsichtspflicht ist die Rechtssprechung großzügig: Kinder müssen lernen, auch mal kurz unbeaufsichtigt zu sein. Wer also von einem Kind unter sieben Jahren geschädigt wird, geht in der Regel leer aus.

Ab sieben Jahren kommt es auf Einsichtsfähigkeit an

Ab sieben Jahren haften Kinder je nach Einsichtsfähigkeit. Jedoch hat der Gesetzgeber in § 828 Absatz 2 BGB auch davon eine Ausnahme gemacht. Mit der Erwägung, dass noch nicht einmal Erwachsene immer mit der Unübersichtlichkeit des Straßenverkehrs klarkommen, haften Kinder bis zum Alter von einschließlich neun Jahren nicht für Unfälle im Straßenverkehr.

Keine „unübersichtliche Verkehrssituation“
Ausnahme für ordnungsgemäß geparkte Autos

Aber der BGH hat für die Konstellation „Kind gegen geparktes Auto“ die Dinge geradegerückt. Ein ordnungsgemäß geparktes Auto ist keine „unübersichtliche Verkehrssituation“ (Urteile vom 30.11.2004, Az: VI ZR 335/03; Abruf-Nr. 043097; Az: VI ZR 365/03; Abruf-Nr. 043098):

=> Kinder unter sieben Jahren haften generell nicht, damit auch nicht für einen solchen Schaden.
=> Kinder ab sieben Jahren und unter zehn Jahren haften nach Einsichtsfähigkeit. Jedenfalls ein geistig gesundes Kind kann einsehen, dass man bei geparkten Autos vorsichtig sein muss.

Auto zwar nicht geparkt aber im Stillstand

Vorhersehbar war, dass die Urteile Streit auslösen werden, wenn das vom Kind beschädigte Auto zwar geparkt ist, aber zum Unfallzeitpunkt stillsteht.

Der Urteilsfall

Das Auto stand an einer Kreuzung, um die Vorfahrt anderer zu beachten. Das achtjährige Kind kam mit einem Fahrrad offenbar schnell fahrend von links und wollte nach rechts in die Straße einbiegen, aus dem das Auto kam. Beim Abbiegen stieß es gegen das Fahrzeug.

Laut BGH Urteil ist auch wer verkehrsbedingt anhält, Teil des fließenden Verkehrs. Generell liegt eine Überforderungssituation vor. Das Kind haftet nicht (Urteil vom 17.04.2007, Az: VI ZR 109/06; Abruf-Nr. 071809).

In einer solchen Situation haften dann auch die Eltern nicht. Jedoch ist zu prüfen, ob die Eltern insoweit erweiterten Versicherungsschutz in der Privaten Haftpflichtversicherung abgeschlossen haben.

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